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Back to the roots – Pfannen selbst “beschichten”

Posted by on 06/01/2014

Aufmerksame Leser werden wissen: der Wolf ist in gewissen Dingen ein Extremist – oder sagen wir lieber Perfektionist, das hört sich irgendwie ein bisschen schöner an. Seine Interessensgebiete sind breit gefächert, ständig findet er etwas neues, das ihn begeistert und interessiert. Dann wird stunden- ach was, wochenlang über dieses Thema recherchiert, in Foren gesurft und allerlei Informationen und Wissen angehäuft. Dabei konzentrieren sich seine Bestrebungen nicht etwa in eine bestimmte Richtung wie sagen wir zum Beispiel Technik – nein, viel eher sind es oft die überraschendsten Dinge, für die er sich brennend interessiert.

So kam es schon vor, dass er sich am Liebsten einen Imkeranzug gekauft hätte, um Bienen zu züchten und seinen eigenen Honig zu schleudern, davor wurde unsere ganze Wohnung und der Balkon mit Antennen und Drähten ausgestattet, um andere Amateurfunker hören zu können. Dann wieder beschäftigt ihn das Mysterium des Seifensiedens, sodass ich nun wieder ständig in der Küche stehe und aufpassen muss, dass er mir nicht mein ganzes Geschirr zur Seifenherstellung verwendet… eigene Hühner, Wohnwägen, Häkeln, Stricken, usw. …

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Meistens lasse ich ihn einfach gewähren, denn ich muss zugeben, dass seine Begeisterung durchaus auch Vorteile hat. Nicht nur, dass er mir natürlich immer von den Dingen erzählen möchte, die ihn momentan beschäftigen, wodurch ich auch einiges lerne. Andererseits beschäftigt er sich oft auch mit sehr nützlichen Dingen, die man dann auch perfekt in den Alltag einbinden kann – wie zum Beispiel eben das Seifensieden (wenn ihr möchtet, kann ich euch gerne auch mal darüber einen Bericht schreiben, das ist gar nicht so schwer, wie ich immer dachte) oder auch die Häkelei – Mützen habe ich nun bis an mein Lebensende genug.

Vor einigen Wochen kam er dann wieder mit einer neuen Idee an, nachdem er sich beim Herausbacken von Pfannkuchen (österr.: Palatschinken) wieder einmal mit einer meiner alten Pfannen geärgert hatte. Leider war die Beschichtung selbiger nicht mehr die Jüngste und dauernd pappten die Pfannkuchen in der Pfanne und ließen sich nicht lösen, ohne kaputtzugehen. Einige Tage später flatterte eine Bestellung ins Haus und ich konnte unsere Küche nicht mehr ohne einem Küchentuch über der Nase betreten – aber lassen wir den Wolf einfach selbst erzählen:

Bei meinem Drachen und mir wird eigentlich fast nur frisch gekocht – dabei kommen fast tagtäglich eine (oder mehrere) unserer Pfannen zum Einsatz, mit denen ich bisher immer sehr zufrieden war. Leider ist Beschichtung nicht immer gleich Beschichtung und eine unserer Pfannen hat beschlossen, dass es nach gut 2-3 Jahren fast täglichem Gebrauch Zeit ist das Zeitliche zu segnen.
Ihr kennt dass sicher, man passt auf die Beschichtung auf, verwendet keine “Metall-Werkzeuge” in der Pfanne und kauft extra nur Pfannenwender aus Holz oder Plastik. Aber irgendwann ist die Beschichtung halt doch im Eimer.

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Meine (Palatschinken)Pfanne und ich:
Nach langen Jahren des Frusts, Ferkelei in der Küche und netten Worten Richtung Herd ist es mir gelungen, ein Erfolgs-Rezept bzw. Gefühl für die perfekten Palatschinken/Eierkuchen/Crepes zu entwickeln! :-P
Ich brate die Dinger – den Kalorien zum Trotz – gerne mit möglichst wenig Fett in der Pfanne heraus, was natürlich nur geht, wenn die Beschichtung EINWANDFREI ist… Nun hat meine Pfanne doch einige Kratzer in der Beschichtung und die Palatschinken brauchen entweder mehr Fett oder müssen entsprechend (grausig) dick sein, damit man sie noch wenden kann… wir lieben aber besonders diese hauchzarten Palatschinken!

Also habe ich lange recherchiert und nach einer guten Alternative für das perfekte Gelingen hauchzarter Crepes, Palatschinken und Co. gesucht – und auch gefunden, wie ich finde. Viele von euch können sich sicher nicht mehr an die “alten” Zeiten OHNE Pfannenbeschichtungen erinnern (ich auch nicht) – einige eventuell schon. Das Problem des Festbackens löste man damals auf zwei Arten: entweder man benutze genug Fett oder Öl (was heute irgendwie OUT ist), oder man verwendete eine ordentlich eingebrannte, eiserne Pfanne.

Durch das Einbrennen bildet sich ein natürlicher Schutzfilm, der ähnlich wie eine Antihaftbeschichtung wirkt, nicht zerkratzt und bei häufiger Verwendung immer besser wird. Natürlich gibt es auch heute noch eiserne Pfannen – nämlich in der billigeren Gusseisen-Ausführung und – etwas teurer – auch geschmiedet. Ich habe mir natürlich eine geschmiedete (man gönnt sich ja sonst nichts, außerdem wenn schon, denn schon) Crêpespfanne von de Buyer geleistet, die mit Bienenwachs versiegelt wurde. 

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Der Einbrenn-Vorgang Schritt für Schritt:
Gleich zu Beginn eine “Warnung”: Der Einbrenn-Vorgang fabriziert nicht nur ordentliche Rauchschwaden, sondern auch ziemlichen Gestank – daher wäre es ratsam, das Einbrennen in Garten oder auf den Balkon (wenn erlaubt) auf den Grill zu verlegen. Ich musste es in Ermangelung eines Grills in der Küche machen… meinem Drachen hat das leider nicht so ganz gefallen…

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  1. Pfanne mit Spülmittel gut waschen –> dies war das letzte Mal, dass Seife/Spülmittel etc. mit der Pfanne in Kontakt kamen, da das Spülmittel bei späterer Verwendung die Antihaftschicht wieder zerstört!
  2. Den Pfannenboden gut mit Öl bedecken und ab damit auf den Herd oder Grill! Die Herdplatte sollte größer oder zumindest gleich groß wie der Pfannenboden sein, sonst kann sich die Pfanne verziehen.
  3. Wenn das Öl heiß ist, ca. 2 Esslöffel Salz ins Öl geben. Dazu den Pfannenboden mit dünnen Kartoffelscheiben bedecken.
  4. Der ganze Inhalt muss nun ordentlich erhitzt werden bis es furchtbar qualmt. Keine Angst – das muss so sein. Wenn die Kartoffeln auf der einen Seite komplett verkohlt sind, umdrehen und auch die andere Seite der Scheiben komplett verkohlen lassen. Erst wenn alles komplett schwarz ist, könnt ihr die Pfanne vom Herd nehmen und auskühlen lassen.

Zum, Schluss einfach den gesamten Inhalt wegschmeißen (wirklich gut auskühlen lassen und ab in den Biomüll) und die Pfanne mit einem Küchentuch und eventuell heißem Wasser auswischen. NIE wieder Spülmittel oder andere fettlösende Substanzen verwenden, immer nur mit Wasser, einem Stück Küchenrolle und etwas grobem Salz als Scheuermittel reinigen.
Die “Beschichtung” wird mit der Zeit immer dunkler (und hässlicher :-) ) – aber genau so soll es sein! Es wird in dieser Pfanne so schnell nichts mehr anbacken und selbst Palatschinken, Crêpes und Co. sollten einwandfrei gelingen.

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Na gut: Wunder dürft Ihr euch nicht erwarten, gerade am Anfang nicht – ganz so gut wie eine beschichtete (Teflon)Pfanne funktioniert es nicht! Aber fast… und eine neue Teflon-Pfanne macht nur 1-2 Jahre Spaß – diese eiserne Pfanne sollte ein Leben lang halten. Und irgendwie hat so eine selbst beschichtete Pfanne einen ganz besonderen Charme – ich persönlich bereite meine Pfannkuchen, Crêpes und Palatschinken nur noch in meinem neuen Schätzchen zu!
Und wer weiß, womit ich mich als nächstes beschäftige…

10 Responses to Back to the roots – Pfannen selbst “beschichten”

  1. Bloody

    Hallöchen =)
    Davon hätte ich auch üüberhaupt keine Ahnung^^ Man lernt doch allerdings nie aus! Und wenn man etwas oft macht, da könnte sich eine solche Anschaffung sicher lohnen ;-)

    Wünsche euch im übrigen noch ein frohes neues Jahr, viel Glück und Gesundheit!
    VLG Bloody

    • Mestra Yllana

      Keine Sorge, da bist du nicht die Einzige, ich hatte vor den stinkenden Rauchschwaden auch keine Ahnung, dass man eiserne Pfannen früher eingebrannt hat und diese dadurch so etwas ähnliches wie unsere heutigen Antihaftbeschichtungen bekommen.

      Dir und deinen Lieben natürlich auch noch viel Glück und Gesundheit für 2014! =)

  2. viola

    diese gusseiseneren pfannen da kann ich glatt gewichte heben damit…..ich hab meine keramikpfanne,aber ganz ehrlich geil isch des schon nix putze zu müsse mehr.

    • Mestra Yllana

      Also die Crepespfanne vom Wolf kannst du sicherlich auch heben, die ist ja nicht sooo schwer, da würdest du dir eher einen Bruch bei meiner großen Gastrolux-Pfanne heben, die ist im Vergleich deutlich schwerer! =) Liegt aber sicher nicht an der Beschichtung… *hihi*

  3. Ruby

    Hey,

    das habe ich jetzt auch noch nicht gekannt. Selber eine Pfanne beschichten….was man nicht noch alles lernen kann. Allerdings muss ich sagen, dass ich dann wohl doch lieber bei den selbst gekauften bleibe. Wobei du schon Recht hast….Charme hat das auf alle Fälle. :o)

    Lieben Gruß,
    Ruby

    • Mestra Yllana

      Naja, ob man das wirklich BRAUCHT ist die andere Frage, aber er wollte das halt unbedingt machen, da rede ich ihm nicht drein. Und irgendwie ist die Pfanne ja auch sehr cool und sieht irgendwie urig aus! =P

  4. Desiree

    Puh, also interessant ist es auf jeden Fall…ich könnte mich bestimmt damit anfreunden, der flache Griff sagt mir allerdings weniger zu…PS: Die Küche hatte ich neulich auch total verqualm, ich hab mir auf die schnelle ein paar Kräuterbutterbaguettes in den Ofen geschoben und dummerweise das Backpapier vergessen :D

    • Mestra Yllana

      Da ich persönlich die Pfanne eher selten benutze, kann ich nicht sagen, ob der flache Griff schlimm stört – der Wolf kommt in jedem Fall gut damit klar. =) Und die Pfanne ist definitiv spürbar leichter als meine Gastrolux-Pfannen.
      Autsch – das stinkt und qualmt ja eh so, wenn man da was vergisst… ;-) Ist mir auch schon passiert!

  5. gafi1

    Das habe ich bisher auch noch nicht gehört oder gesehen. Klingt aber echt interessant. lg Gabi :)

  6. Olaf

    Hallo,

    die mit Bienenwachs beschichteten De Buyer Pfannen müssen nicht mit Kartoffeln eingebrannt werden. Wenn die neu sind sehr heiß auswaschen (ohne Spüli), dann innen kräfitig abreiben (um überschüssigen Bienenwachs zu entfernen, der soll NICHT ganz ab) und dann 1 cm hocherhitzbares Öl fünf Minuten stark erhitzen. Das Öl wegkippen und die Pfanne mit einem Küchentusch auswischen. So steht es in der Anleitung meiner De Buyer Mineral mit Bienenwachs.

    Hat den Vorteil, dass es nicht so eine Sauerei ist, wie das Einbrennen mit Kartoffeln und reicht völlig. Dunkler werden die bei Gebrauch ohnehin.

    Olaf

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