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Das leibliche Wohl der Schotten – Essen und Trinken

Posted by on 11/07/2014

Nachdem ich nun nicht nur von einigen lieben Leser/innen gefragt wurde, was ich/wir in Schottland denn so alles gegessen haben, dachte ich mir (bzw. habe es sogar versprochen), ich schreibe euch einen kleinen Bericht darüber. Leider habe ich nicht zu allen Gerichten und Getränken die passenden Fotos, weil ich es meistens eher unpassend fand und finde, am Tisch den Fotoapparat herauszufummeln… und mein dezenteres Eifoooon hatte ich ja zu Hause gelassen. Aber ich denke, das kriegen wir auch so hin, oder? ;-)

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Vorab sei gesagt: es gibt in Schottland sicherlich noch viel mehr leckere Gerichte und Getränke, die ich hier nicht aufzählen kann, weil wir sie leider nicht zu Gesicht bekommen haben. Im Allgemeinen scheint der Schotte eher eine deftige und richtig herzhafte Küche zu bevorzugen, das beginnt bereits beim Frühstück  und endet Abends vielleicht mit einem Gläschen rauchigem, torfigem Whiskey. Dazwischen gibt es noch Lunch und das abendliche Dinner – nicht zu vergessen die Tea Time

Full scottish breakfast:
Wie wir schon gehört haben liebt der Schotte eine herzhafte, eher schwere Küche, die für viele Touristen wohl eine Herausforderung darstellen wird. Das “full scottish breakfast” zum Beispiel könnte einen leicht überfordern, denn dabei bekommt man von der herzlichen Gastmutter des B&B’s einen randvollen Teller vorgesetzt. Darauf findet man im Optimalfall: 2 kleine, gebr. Würstchen, 2 Steifen gebr. Bacon, 1 Ei deiner Wahl (scrambled, fried, etc.), Black Pudding, gebratene Champignons, baked beans und eine halbe, ebenfalls gebratene Tomate.

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Selbstverständlich gibt es dazu jede Menge Toast, der aber natürlich auch mit gesalzener Butter und Erdbeer- oder Orangenmarmelade (mit Schalenstückchen) bestrichen werden kann. Zum Trinken stehen dazu Orangen- oder auch Apfelsaft zur Verfügung, sowie Kaffee oder Tee.
Wer mag, kann aber auch eine Schüssel Porridge – Hafer(schleim)brei – ordern, der entweder mit Honig, Zucker, Sirup, Fruchtkompott oder Sahne gegessen wird. Porridge gab es für mich gleich am ersten Morgen, weil ich so neugierig darauf war – besonders mit Honig oder Sirup schmeckt dieser Haferbrei echt genial und ich habe ihn mir auch fast täglich zum Frühstück “bestellt”.

Scones, Clotted Cream und Shortbread:
Jap, das Mittagessen habe ich großzügig übersprungen – zu Mittag gab es für uns wenn überhaupt nur ein kleines Sandwich, weil das Frühstück wirklich ausgezeichnet ausgegeben hat. Dafür ließ es sich der Wolf nicht nehmen, ab und an einen leckeren Scone zu vernaschen, der allgemein auf den britischen Inseln gerne zur Tea Time gereicht und verspeist wird.
Dabei handelt es sich um ein feines Gebäck aus Mehl, Backpulver, Ei und Sahne, welches gerne auch mit Nussstückchen oder gehackter Schokolade verfeinert wird.

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Traditionell werden Scones eigentlich mit Clotted Cream, einer Art dickem Rahm und etwas Erdbeermarmelade gegessen. Ich mag weder Scones noch Clotted Cream, aber der Wolf hätte sich darin einwickeln können!
Ebenfalls nicht unerwähnt sollte auch das Shortbread bleiben – ein typisch schottisches, sehr süßes Mürbteiggebäck, welches aus einem Teil Zucker, zwei Teilen Butter und drei Teilen Mehl besteht. Die bekannteste Form sind die “Shortbread Fingers”, die ebenfalls wie die Scones zur Tea Time genossen werden. Wir sind sogar an der Walkers Shortbread Ltd. vorbeigefahren, haben aber zur Sicherheit keinen Stop eingelegt! ;-)

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Haggis, Neeps and Tatties:
Absolut unumgänglich ist, finde zumindest ich, eine schottische Spezialität namens Haggis. Als ich von diesem Gericht das erste Mal vor knapp 3 Jahren hörte, wurde meine Neugier geweckt und ich hatte schon vor unserem Urlaubsantritt JEDEM erzählt, dass ich dieses Gericht UNBEDINGT probieren möchte.
Die Zubereitung bzw. die grobe Aufzählung der Zutaten kann bei vielen Zuhörern dazu führen, dass sie sich ab diesem Zeitpunkt in jedem Fall von dieser Spezialität fernhalten, ich rate euch jedoch: lasst euch nicht abschrecken!!

Für das Haggis wird traditionell ein Schafsmagen verwendet, der mit einer Mischung aus den Innereien Herz, Lunge, Leber und Nierenfett (bereits gekocht), sowie Hafermehl und Zwiebeln gefüllt und kräftig mit Pfeffer gewürzt wird. Der gefüllte Magen wird dann drei Stunden gekocht und meistens mit Neeps (grobes Steckrübenpüree) und Tatties (Kartoffelpüree) serviert. Keine Angst, die Schafsmagen-Hülle selbst wird vorher entfernt und wird nicht mitgegessen.

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Wie soll ich den Geschmack nun beschreiben? Mich erinnert das Haggis ein bisschen an einen Leberschädel oder an einen faschierten Braten (Hackbraten), nur etwas intensiver und auch kräftiger gewürzt.
Als Freund deftiger (Hausmanns)Kost und weil ich immer offen für außergewöhnlicheres bin, gab es in Schottland mehr als einmal Haggis für mich – und wenn der Wolf Haggis geordert hatte, wanderte meine Gabel ab und an auch auf seinen Teller! ;-)

TIPP: wer sich nicht gleich an eine ganze Portion Haggis wagen mag, kann ja beim Frühstück fragen, ob er (oder sie) nicht ein Scheibchen Haggis dazuhaben könnte. Nachdem wir erst einmal kapiert hatten, dass viele B&B’s auch diese Möglichkeit anbieten, hatten wir sooft es geht auch zum Frühstück Haggis – bei dem deftigen Frühstück ist es auch schon “ghupft wie gsprunga”! ;-)

Selbstverständlich gibt es auch in Schottland den britischen Klassiker “Fish’n’Chips”, den man zB. auch bei einem Besuch in London einfach essen muss. Habe ich natürlich auch in Schottland gemacht, aber ich werde wohl kein Freund davon, alleine dieser Essig, der da über die Pommes.. äh Chips gekippt wird, also neee! Aber nun genug vom Essen…

* * * * *

Scotch Whisky:
Auch in puncto Getränke gibt es bei den Schotten ein paar Leckereien, die man unbedingt einmal probiert haben muss. An erster Stelle steht hier wohl – wenig überraschend – der Whisky, wobei man hier die Qual der Wahl zwischen über 100 verschiedenen Destillen aus den Highlands, Lowlands, Speyside oder Islay hat.
Seine/n Favoriten zu finden ist hierbei sicherlich schwer, denn Whiskey ist nicht gleich Whisky. Während zB. die Islay-Whiskys eher torfig, rauchig und “medizinisch” beschrieben werden, findet man in den Highland-Whiskys zB. eher Vanille- und Honignoten.

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In diesem Sinne: SLÀINTE MHATH! (gälischer Trinkspruch, bedeutet in etwa: “gute Gesundheit”)

Cider:
Cider, bei uns bekannt auch unter Apfelschaumwein, ist besonders in Großbritannien absolut populär. In so gut wie jedem Pub in Schottland wird man also einen Cider-Zapfhahn (on tap) finden, daneben gibt es aber immer auch ein oder mehrere Cider-Sorten in der Flasche.
Besonders bekannte Marken sind der Bulmers und der Strongbow-Cider, ebenso wie Thatcher’s, Stowford oder Woodpecker. Man bekommt aber auch eine Reihe importierter Cider, zB. aus Neuseeland oder Schweden.

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scottishfood-180130 Es gibt sogar einen Katy-Cider! =P

Der klassische Cider wird natürlich aus Äpfeln hergestellt, mittlerweile gibt es aber eine Menge anderer Geschmacksrichtungen, angefangen bei der Birne über verschiedene rote Beeren, Kirschen usw., aber auch ausgefallenes wie zB: Mango-Himbeere.

IRN BRU:
Dabei handelt es sich quasi um das schottische Pendant zum amerikanischen Coca-Cola. Der koffeinhaltige Softdrink war in Schottland viele Jahre lang sogar beliebter als Coca-Cola, mittlerweile konnte Coke allerdings wohl aufholen und die Beiden liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Dabei sind sich die beiden Konkurrenten ähnlicher, als sie zugeben wollen: beide Rezepturen sind streng geheim, bei beiden Getränken handelt es sich um sehr süße, koffeinhaltige Soft-Drinks und auch vom IRN BRU gibt es zB. eine zuckerfreie Variante.

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Hergestellt wird dieser Softdrink von der Firma A.G. Barr p.l.c. in Glasgow, außerhalb von Schottland kann man das Getränk noch in Irland, Russland, Kanada, Südafrika, Singapur sowie in Teilen Australiens und Europa kaufen. Den Geschmack kann ich euch allerdings beim besten Willen nicht wirklich beschreiben – oder habt ihr schon einmal versucht, Coke zu beschreiben? ;-)
Und NEIN, IRN BRU schmeckt NICHT wie Cola! Ich mochte IRN BRU in jedem Fall sehr gerne und werde es wohl auch ziemlich vermissen. Mal gucken, ob man es nicht auch bei uns wo kaufen kann…

* * * * *

Tja, ich denke, das war’s – zudem finde ich sonst auch keine (verwertbaren) Fotos mehr, die ich euch zeigen konnte. Ich hoffe, ihr habt unseren kleinen, kulinarischen Ausflug nach Schottland genossen! Wenn ihr noch Fragen habt, immer her damit! Ich werde mein Bestes geben, diese zu beantworten!! =)

15 Responses to Das leibliche Wohl der Schotten – Essen und Trinken

  1. Manu

    Wäh, du bist SO fies!! Ich habe Hunger, und nun so was. Ich liebe English Breakfast – oder auch Schottisches, groß unterscheidet es sich ja nicht. Auf Kos waren ja unendlich viele Engländer und dort in den Pubs gab es das morgens auch*sabber* bin doch oft hingefahren udn habe das Hotelfrühstück dann mal ausgelassen :D leeeeeecker :D

    • Mestra Yllana

      Oh – wir hätten einmal die Chance gehabt, ein “Hotelfrühstück” zu genießen, aber das haben wir dann absichtlich ausgelassen. Ich finde diese “Continental-Frühstücke”, wie man sie in jedem Hotel bekommt grausam. Ich bin immer der Meinung, wenn man wo hinfährt, dann sollte man schon auch das Essen, was dort üblich ist – wozu fahre ich denn sonst weg, wenn nicht, um etwas Neues kennen zu lernen? ;-)

  2. Anika

    Oha, ich glaube das schottische Essen wäre so gar nicht meine Welt. Aber zum Glück kann man sich ja auch immer anders versorgen.

    • Mestra Yllana

      Jup – in den Supermärkten kannst du von 6 Uhr morgens bis 11 Uhr abends jeden Tag, egal ob Sonntag oder Mittwoch) einkaufen, verhungern wirst du in Schottland als definitiv nicht! =)

  3. Bienenstube

    bei dir komm ich am besten nur noch Satt zum lesen vorbei;) Da bekommt man ja glat wieder hunger.
    Wünsche dir einen schönen und entspannten start ins Wochenende!

  4. Ralph

    Liest sich lecker – bis auf die Cider-Sachen und das Frühstück. Guinness fehlt natürlich sehr. Habt Ihr aber doch hoffentlich getrunken? Ansonsten war die Reise hoffentlich toll und Ihr hattet viel Freude? (Soweit dass mit Dir möglich ist, natürlich nur :-P).

    • Mestra Yllana

      Du bist ja eher beim Whisky daheim, wie mir scheint? Wie wärs mit einem Schluck Laphroaig, der Herr?
      Natürlich haben wir auch Guinness getrunken, aber das bekommt man ja hierzulande auch ohne Probleme, da dachte ich mir, das lasse ich lieber mal weg. Wobei wir auch einige Ales getrunken haben, aber die sind mir dann doch etwas zu “ausgefallen”, wenn ich ehrlich bin! =)

      Oh, die Reise war wunderschön – du darfst dir gerne auch die Reiseberichte lesen, wenn du möchtest! Ich denke, dass der Wolf auch viel Spaß hatte, obwohl ich dabei war… =P

  5. Isi

    Boah, sogar ein “eigenes” Getränk gibt es von dir – staun :-)
    Also mir hat deine Beschreibung gefallen, und ICH hätte auch Haggis gefuttert!
    Heidi, die absolut gar keine Innereien isst, wäre da wohl etwas wählerischer gewesen…
    Liebes Wuffi Isi

    • Mestra Yllana

      Jap, so eine Katy schmeckt auch überraschend lecker, man mag es kaum glauben! =P
      Oh, dir hätte das Haggis auch geschmeckt, da wette ich – auch wenn man für deine Portion besser den Pfeffer weglassen sollte, weil sie doch auch sehr viel davon reingeben und das ist dann für deinen Magen nicht mehr so verträglich, liebstes Isilein. <3

  6. Brigitte

    Hallöchen, vielen Dank für deinen tollen Bericht über die kulinarischen Genüsse in Schottland. Also ich glaube ich werde mich nur von shortbreads und scones und Whisky ernähren, yammi hehe. Haggis werde ich leider nicht probieren, da ich keine Innereien esse. Bin gespannt und gut zu wissen dass die Supermärkte jeden Tag offen haben.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße aus dem verregneten Weinviertel.

    • Mestra Yllana

      Mh, wenn du keine Innereien isst, dann solltest du Haggis wirklich meiden – obwohl es wirklich schade ist, das verspreche ich dir! =P
      Aber wenn es dich tröstet, es gibt noch viel mehr zu Essen als mur Shordbread und Scones! Verhungern wirst du in Schottland definitiv nicht.

  7. shadownlight

    ich bin ja ein grosser cider fan und bulmers ist sooooo lecker :)
    gglg

    • Mestra Yllana

      Bulmers ist klasse! =) Ich bin so froh, dass ich hier in Österreich einen klasse Cider-Shop entdeckt habe, dort decke ich mich immer mit Cider ein! <3

  8. Ruby

    Hey meine Liebe,

    nicht schlecht, wobei ich sagen muss dass es für mich wohl gewöhnungsbedürftig ist. Naja und die Getränke sind ja leider so gar nichts für mich. -.-
    Aber sonst wieder toll berichtet.

    Lieben gruß,
    Ruby

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