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Gastbeitrag: “Gastronomische Höhenflüge im Schlemmermodus”

Posted by on 20/07/2015

Hallo meine Lieben,
heute habe ich einen wirklich tollen Gastbeitrag von meiner lieben Freundin Anja für Euch – Anja ist ein großer Frankreich-Fan und hat schon viel Zeit in diesem wunderbaren Land verbracht – sowohl zu Praktikums- als auch zu "Forschungs"zwecken, sodass sie immer viel zu erzählen weiß. Schon seit längerem reden wir über einen Gastbeitrag (oder vielleicht sogar mehreren Gastbeiträgen) zu ihren Reisen. Und ich freue mich sehr, dass es nun endlich geklappt hat! ;-) Darum kommt nun, heute hier und jetzt ein überaus amüsanter und durchaus eigenwilliger (aber darum lieben wir die Mädels ja auch umso mehr) Reisebericht aus dem Elsass – ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen! ;-)

Im schönen Elsass –  eine Schlemmerreise

Zum Zwecke der Forschung begaben sich Andrea und ich letztes Jahr ins schöne Elsass, im Osten Frankreichs gelegen – wer es nicht wissen sollte. Die Forschung umfasste keineswegs die gastronomischen Qualitäten der Restaurants, jedoch schien dies zu unserem privaten Forschungsfeld zu mutieren. Die wissenschaftliche Forschung widmete sich der Mehrsprachigkeit im Tourismus, den Fressalien jedoch brachten wir ähnlich wissenschaftliches Interesse entgegen. So wurden wir schnell eines Mottos fündig:

"Friss, bis du speibst! =P"

elsassUnsere erste Etappe führte uns nach Colmar. Eine Stadt mit typisch elsässischem Flair, sprich, Fachwerkhäuser, verwinkelte Gassen, enge, sich zwischen den Häusern windende Kanäle. Kurzum: Atmosphäre, wie es sich ein Tourist nur wünschen kann. Dazwischen Souvenirläden ohne Ende, bei denen Andrea einen riesigen Plüschstorch mit zusätzlichem Feature kaufte. Dieser Zusatz bestand darin, den Schnelldenker unter den Anwesenden herauszufinden, dem es als erster auffällt, dass das Wort „Alsace“ (zu Deutsch Elsass) verkehrt herum aufgenäht worden war. Wir bewiesen unglaubliche kognitive Fähigkeiten, indem wir diesen Umstand erst zwei Tage später in der Herberge bemerkten – ich habe nie behauptet, ein Schnelldenker zu sein! Kulinarisch blieb uns in Colmar nicht sehr viel in Erinnerung. War wohl durchschnittlich…

Als nächstes ging’s zum Ecomusée, einem Freilichtmuseum, südlich von Colmar gelegen. Dort erwarteten den Besucher schöne Elsässer-Fachwerkhäuser und alte Traditionen, sowie das eine oder andere Wildschwein zwischen den Touristen. Ach ja, und Störche. Die darf man nicht vergessen, denn es ist leicht möglich, dass man vor lauter Störchen keine Störche mehr sieht und sich demnach auch nicht mehr an sie erinnern kann. Es sei denn, man hat den einen oder anderen (sprich an die 50) fotografiert. Mit den Fotos kann man nun die Wohnung tapezieren. Also ja, Störche gab’s auch.

elsass1Den erste kulinarischen Flop gab’s am ersten Abend: im Supermarkt gekauften Hirsesalat plus Blätterteighalbmonde. Bitte kauft euch das nicht, Leute! Diese negativen Forschungsergebnisse wurden am nächsten Morgen durch ein erstklassiges, doch leicht mit Ziegenaroma angehauchtes Frühstück in der Herberge wettgemacht. Dieses Frühstück gehörte zu einem Bio-Ziegenbetrieb mit Urlaub-am-Bauernhof sowie Ab-Hof-Verkauf. Es gab dort sämtliche selbstgemachte Produkte. Das Frühstück umfasste demnach jeden Tag frischen Ziegenkäse, Ziegenmilch und Ei (dieses war nicht von den Ziegen). Einzig der Kaffee litt etwas unter der Ziegennote. Tja, man könnte ihn eventuell auch schwarz trinken.

elsass2Die nette, doch manchmal etwas zerstreute Bäuerin – Eierbecher ohne Eier? – verfügte über die äußerst positive Eigenschaft, zu merken, wann jemand mehr Brot braucht. Aßen wir am ersten Morgen zu zweit ein Baguette, so waren es am Ende unseres Besuchs – 4 Tage später – schon zwei, die uns am Frühstückstisch erwarteten. Für alle, die es interessiert: Ferme de la Fonderie, Saint-Marie-aux-Mines. Wirklich ein vorzeigbarer Betrieb mit schönen, preiswerten Gästezimmern sowie netter, ländlicher Atmosphäre, die sich jedoch für Öko-Urlauber als etwas schwer erreichbar erweisen könnte. Lasst es mich so ausdrücken: die Buspläne dort umfassen nicht so viele Zeilen wie bei uns. Gott sei Dank hatten wir ein Mietauto…

Unsere Reise führte uns weiter in die beschaulichen Elsässer Weindörfer an der Weinstraße (naja, die Bierstraße wird’s nicht sein). Ribeauvillé war unser erstes Ziel. Dort wurden wir nach längerer Suche nach einer preiswerten, aber doch die traditionelle Küche vertretenden Lokalität, beim lustigen Wirt fündig. Nicht das das Restaurant so hieß, nein. Doch wir fanden, dass die Bezeichnung „Zum lustigen Wirt“ viel besser passe als der eigentliche Name „A l’Alsacienne“ (zu Deutsch: Zur Elsässerin), zudem sich gar keine Elsässerin blicken ließ. Wie auch, wenn der Wirt das Lokal alleine am Laufen hält. Dies und noch einiges mehr erfuhren wir während der preiswerten, doch ziemlich deftigen Mahlzeit, die wir in Anwesenheit des lustigen Wirtes zu uns nahmen. Nach längeren Aufenthalten in Deutschland und der Schweiz verschlug es ihn dann doch wieder in seine Heimat, das Elsass, wo er dieses Restaurant eröffnete.

Sehr interessiert war er an unserem Dialekt und besonders gefiel ihm das Wort „Müch“ für Milch. Alles in Allem ein lustiger (und beleibter) Wirt, so wie man ihn sich vorstellt. Ach ja, bevor ich’s vergesse: die Lasagne war zwar nicht besonders regional, aber trotzdem sehr lecker. Seit unserem Aufenthalt in Ribeauvillé können wir uns mit dem Attribut „niedlich“ schmücken, nachdem uns ein verschmitzt grinsender Weinhändler so bezeichnet hatte. Sehr niedlich!

elsass3Weiter ging’s nach Hunawihr, eine verschlafenes Dörfchen eine Abzweigung weiter. Dort war kein Mensch auf der Straße. Restaurants gab es auch auf den ersten Blick kaum, nur Wegzeiger, die zu Weinkeller führten. Doch auf den zweiten Blick entdeckten wir dann doch eins. Als wir den „leicht“ unordentlichen Innenhof erblickten, fragten wir uns, ob wir nicht doch ins nächste Dorf weiterfahren sollten. Doch Überraschung! Nachdem wir uns die Stufen in das im Keller gelegene Restaurant hinunterwagten, betraten wir eine der gemütlichsten und urigsten Gaststuben (siehe Foto), die wir bis dahin (und auch danach) gesehen hatten.

Die Bewirtung war äußerst freundlich – wir bekamen sogar ein Interview – und die Speisekarte war sehr traditionell. Das dort zubereitete Bäckeoffe – ein Gericht mit verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten, an dezent angehäuftes Sauerkraut gelegt – ist wirklich empfehlenswert. Falls man in Hunawihr Halt macht, sollte man wirklich, wirklich dem Gasthaus „Caveau du Vigneron“ (Zum Winzerkeller) einen Besuch abstatten. Dem etwas verlotterten Eindruck des Gebäudes sollte man dabei keinerlei Beachtung schenken. Einen netten Weinbauer hat man übrigens auch in Hunawihr, in dessen Auslage ein Schild mit „Bitte die Störche nicht ernähren“ hängt.

elsass4Apropos Störche! Ein Muss für jeden Elsass-Trip ist der „Parc de réintroduction“. Darin sind verschiedene Tiere – dabei sind Störche zahlenmäßig überlegen – zu bewundern, die man im Elsass sozusagen wieder „ausgewildert“ hat: Hamster, Otter, Biberratten, etc. Letztere sehen aus wie übergroße Meerschweinchen mit Rattenschwanz. Total knuddelig, ehrlich Leute!^^ (wer es nicht glaubt, ein Foto als Beweis liegt bei).  Nach halbstündiger und mit den zunehmend ungeduldig werdenden Blicken der Verkäuferin im Nacken versuchte ich im Souvenirladen verzweifelt die schwierige Entscheidung zwischen einem Plüschigel und einem Plüschhamster zu treffen. Letztendlich wurde es der Hamster. Es gab leider keine Biberratte im Plüschmantel. Nur eine in einer Schneekugel. Mal ehrlich, wer will ein überdimensionales Meerschwein – mit Rattenschwanz – im Schneegestöber? Nebenbei gab’s noch Fische zu streicheln – echte natürlich, sowie eine Fütterung der Babystörche. Daneben konnte man Entenküken bestaunen, denen ungerechter Weise kein Mensch Beachtung schenkte – außer uns natürlich! – obwohl die Entlein 100mal niedlicher waren als die Storchenküken.

Ich werde die weiteren Weindörfer nicht mehr einzeln erläutern, soviel sei jedoch gesagt: Riquewihr ist wirklich sehenswert sowie eigentlich alle Dörfer an der Elsässer Weinstraße. Besondere Aufmerksamkeit gilt noch dem Waldstebel in Thannenkirch. Der Name ist elsässisch und bedeutet „Waldstüberl“ auf Deutsch. Naja, so unverständlich ist der elsässische Dialekt nicht. Thannenkirch liegt etwas abseits der Weinstraße, schon etwas mehr in den Vogesen (die Hügelkette im Westen). Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um ein gemütliches, etwas schummriges Restaurant, dessen Tische und Lampen aus echtem Wurzelwerk bestehen. Man sehe sich nur die Tischlampe auf dem Bild an.

elsass5Wir gaben uns das Tagesmenü – Vorspeise, Hauptspeise sowie Dessert. Nach der Vorspeise waren wir eigentlich schon satt, da kamen aber noch zwei Gänge auf uns zu!!! Hier kam unser Motto voll zum Tragen! Geschmacklich ein Hochgenuss, Leute! Aber auch wenn das Essen nur halb so gut wäre wie es tatsächlich ist, sollte ein Besuch im Waldstebel auf jeder Elsassreise inkludiert ein. Die „Wichtel-Atmosphäre darf man auf keinen Fall versäumen.

Obwohl wir eine Woche nach Ostern dort waren, sah man an jeder Ecke noch üppigste Osterdekoration. Eine kitschiger als die andere. Die bisher grässlichste Osterdeko, die mir je unter die Augen gekommen ist, befand sich in einem Restaurant in St. Hippolyte: Plüschhasen in verschiedenen Größen in einem Gestell aus Maschendraht sitzend; sozusagen eine Art Laterne mit Hase drin. Da könnte einem glatt der Appetit vergehen!

elsass6Wer also eine Schlemmerreise durchs Elsass plant, der sollte sich unsere Reiseroute als Vorbild nehmen, um ja keine kulinarischen Höhepunkte zu versäumen. Nebenbei gibt es noch Attraktionen wie die Hochkönigsburg, den Affenberg oder die Volerie des Aigles. Das eine ist die größte Burg des Elsass, das zweite eine riesiger Park mit frei lebenden Berberaffen – Achtung auf entblößte Wurstbrote und Schokoriegel! – und das letzte eine Falknerei, die in einer Burgruine untergebracht ist. Und das Beste daran – diese drei Attraktionen liegen fast neben- bzw. untereinander.

Also Leute, auf ins Elsass!

© Calypso

 

P.S.: Man sollte sich schon Gedanken über die richtige Diät für die Nach-Urlaubs-Phase machen.

4 Responses to Gastbeitrag: “Gastronomische Höhenflüge im Schlemmermodus”

  1. Fellmonsterchen

    Sehr unterhaltsamer Bericht, passt auf dieses Blog. :-) Die Biberratte ist puschelig.

  2. Isi

    Ein sehr schöner Beitrag! Ich freue mich, dass hier überhaupt mal WAS NEUES steht :-)

    Liebes Wuffi Isi

  3. Petra

    oh die Bilder sind ja toll und machen Lust auf´s lesen, ich selber war bisher noch nie im Elsass aber naja was nicht ist kann ja noch werden;)

    Lieben Gruß

    Petra

  4. kundentests.com

    Der Post macht richtig Lust darauf auch ins Elsass zu fahren! Tolle Bilder, bin auch ein Fan der Biberratte ;)

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