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[Rezension] – “Die Plantage” von Catherine Tarley

Posted by on 29/12/2012

Ich habe die paar Tage rund um Weihnachten unter anderem auch dazu genutzt, mal wieder ein paar Bücher zu lesen. In den 3 Tagen sind es immerhin doch drei Bücher geworden, war jetzt nicht unbedingt grad eine horrende Leistung ist, ich bin trotzdem ganz stolz darauf. Erinnert ihr euch zum Beispiel noch daran, dass ich eich Anfang Dezember von einem Buchgewinn erzählt hatte?

Dieses Buch lag seitdem mehr oder weniger unbeachtet auf dem Nachtkästchen, ich versuchte zwar immer wieder mal, reinzulesen und mich von der Geschichte fesseln zu lassen, aber vor Weihnachten ist man meistens nur müde und kaputt. Gut, dass ich zu Weihnachten eine herzallerliebste Mama hatte, die mir mal die lästigen Pflichten im Haushalt “abnahm”, sodass ich ein bisschen mehr Zeit als sonst zur Verfügung hatte – aber keine Angst, ich hab ihr natürlich geholfen, am 24. habe ich mittags gekocht, meine Schwester abgeholt, den Weihnachtsbaum aufgeputzt und auch das Abendessen zubereitet. Sollte ja auch ein bisschen Weihnachten für die Mama sein!

Aber nun genug des blabla, ich wollte ja eigentlich für euch “Die Plantage” von Catherine Tarley rezensieren.

Die Autorin:
Catherine Tarley wurde 1957 geboren und arbeitete nach ihrem Studium als Dramaturgin für einen US-amerikanischen Filmproduzenten. 2001 wechselte sie als Produktmanagerin zu einem einem süddeutschen Buchverlag. Heute lebt sie mit ihrer Familie in München. Die Plantage ist ihr erstes Buch, welches 2012 erschienen ist.

Das Cover und die Inhaltsangabe:
Der Softcover-Einband des 880 Seiten starken Romans ist in einem hellen Gelbbeige gehalten, die Aufmachung erinnert ein bisschen an altes, vergilbtes Papier oder Pergament. Im oberen Drittel kann man ein herrschaftliches Haus mit weißen, imposanten Säulen entdecken, welches wohl eine Verbindung zum Buchtitel und dem Inhalt herstellen soll – schließlich braucht jede Plantage nun einmal ein imposantes Herrenhaus.

Im unteren Drittel entfaltet sich eine kräftigblaue Blume, die sich in Richtung Titel streckt. Herausgegeben wird das Buch vom Deutschen Taschenbuch Verlag, erhältlich ist es unter anderem bei Amazon für 16,90 Euro.

Die Inhaltsangabe selbst verspricht einen historischen Liebesroman in den (Nach)Wirren des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges um 1780, ein bisschen im Stil von “Vom Winde verweht”:

South Carolina, 1781. Die junge Witwe Antonia Lorimer lebt allein auf ihrer vom Krieg zerstörten Plantage Legacy. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Anwesen wieder aufzubauen und einen verwundeten britischen Soldaten gesund zu pflegen: William Marshall. Dass ausgerechnet er in den Kriegswirren ihren Mann Henry erschossen hat, weiß sie nicht. Und so lässt sie sich immer mehr in den Bann dieses außergewöhnlichen Mannes ziehen. Ein Epos aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die Menschen sind verwundet an Körper und Seele, das Leben ist geprägt von Verlust und roher Gewalt, aber auch von einer unerschöpflichen Aufbruchsstimmung und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Nun muss ich dazu sagen, dass ich “Vom Winde verweht”, so sehr es auch ein Klassiker ist und gehyped wird, nicht so überzeugend fand. Zwar gefiel und gefällt mir Rhetts Charakter sehr gut, aber mit Scarlett O’Hara konnte ich mich noch nie anfreunden, da sie sich in meinen Augen viel zu sehr für eine “Liebe” erniedrigt, die zum Einen nicht erwidert wird und zum Anderen nur eingebildet ist.

Ich bin also ein bisschen voreingenommen an “Die Plantage” herangegangen, was mit ziemlicher Sicherheit unfair war.

Meine Meinung:
Zuerst gleich einmal zum Schreibstil, der mir bereits zu Beginn des Buches positiv aufgefallen ist. Die Autorin erzählt flüssig und anschaulich ihre Story, die Beschreibungen mobilisieren fast auf Anhieb das Kopfkino, sodass während dem Lesen immer wieder kleine Filmchen im Kopf mitlaufen. Lediglich der Schluss kam meines Erachtens zu schnell und wirkt fast abgehackt – so als würde sich die Autorin die Option auf einen 2. Teil offen halten wollen. Wovon ich nicht abgeneigt wäre, denn ehrlich gesagt ist das Ende einfach nur unbefriedigend für so einen Happy-End-verwöhnten Geist wie mich!

Der Roman beginnt mit einer alten, indianischen Legende, deren Sinnhaftigkeit man während dem Fortgang des Romanes zu begreifen beginnt. Ein starker Mann, der einen schwachen Mann tötet und vor dem Zorn der Götter nur verschont wird, weil er den Platz des schwachen Mannes (und dessen Frau) einnimmt, und dessen Leben fortführt bis das Lebensziel dieses schwachen Mannes erreicht wurde.

Die Hauptfigur Antonia Lorimer hat vor kurzem ihren Mann im Krieg verloren und bangt nun um die Existenz ihrer gemeinsamen Plantage, als sie zufällig einen verwundeten Soldaten des Feindes in ihrer Scheune findet, der mehr tot als lebendig von seinem treuen Pferd dorthin getragen wurde. Sie pflegt ihn unter der ständigen Gefahr entdeckt zu werden gesund, woraufhin er sich um die heruntergewirtschaftete Plantage kümmert.

Alle außer Antonia selbst scheinen zu wissen, dass eben dieser Soldat, in den sich Antonia natürlich verliebt, ihren Mann getötet hat. Gemeinsam mit den ersten freigelassenen Sklaven scheint die Plantage bald wieder zu florieren, doch der verwundete Soldat Marshall kann nicht zur Ruhe kommen, da ihn unsägliche Rachegedanken plagen – denn seine Verletzungen stammen von einer grausamen Folter zweier feindlicher Miliz-Soldaten, die er rächen muss.

Für weniger geübte Leser mag der Roman anstrengend sein, da die Geschichte zwischen mehreren Hauptakteuren wechselt – ich finde das im Gegenteil herausfordernd und spannend. Denn so erhält man verschiedene Blickwinkel auf eine bestimmte Situation und mag sie differenzierter bewerten. Die unterschiedlichen Hauptfiguren sind allesamt sehr gut beschrieben.

Mit der weiblichen Hauptfigur Antonia hadere ich natürlich, weil sie trotz ihrer scheinbar starken Haltung immer wieder von einer Abhängigkeit in die andere hastet, zuerst Henry, ihr verstorbener Mann, dann Marshall… ihre naive Sichtweise des Lebens nervt, so versteht sie zum Beispiel Marshall’s Rachegedanken nicht und “schützt” einen der Folterer. Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin natürlich auch nicht für Rache usw. … aber hätte mein Geliebter solche Qualen erleiden müssen, dann würde ich nicht so leichtfertig das Wissen um den Folterer verbergen können.

Meine liebste Hauptfigur ist Algernon Reed, obwohl er eigentlich der hassenswerteste Charakter des ganzen Romanes ist, denn ihn umgibt ein grausames, grauenhaftes Geheimnis, dass er zu verbergen versucht. Er ist in meinen Augen der am Besten herausgearbeitete Charakter, der Zwiespalt in seiner Persönlichkeit ist sehr gut dargestellt, man steht im Prinzip immer zwei Persönlichkeiten gegenüber, wenn man Algernon Reed vor sich hat und man weiß im ersten Moment nie, um welche dieser beiden Persönlichkeiten es sich handelt.. und von diesem Wissen könnte schließlich das eigene Leben abhängen…

Aber zu viel wird nicht verraten! Mir gefällt der Roman trotzdem sehr gut, obwohl ich mehr von der Liebesgeschichte zwischen Antonia und Marshall erwartet hatte – lässt man sich nur von der Inhaltsangabe leiten, erwartet man einen packenden, dramatischen und imposanten Liebesroman, doch die Romanze zwischen William Marshall und Antonia Lorimer scheint eher eine Nebenhandlung zu sein.

Ich denke, das Buch bekommt 3,5 von 5 Sternchen oder Punkte oder Vierecke, wie auch immer man die Punktevergabe auch nennen mag, von mir, schade dass die Inhaltsangabe etwas in die Irre führt. Trotzdem ist es ein tolles und lesenswertes Buch!

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