browser icon
You are using an insecure version of your web browser. Please update your browser!
Using an outdated browser makes your computer unsafe. For a safer, faster, more enjoyable user experience, please update your browser today or try a newer browser.

[Rezension] “Es wird keine Helden geben” von Anna Seidl

Posted by on 12/03/2014

Ich hatte da letztens eine unheimliche Glückssträhne, denn ich gewann bei ein paar Gewinnspielen. Nein, nein, nichts großartiges, zumindest wenn man mit “großartig” teure Dinge wie Smartphones, Kühlschränke oder iPads meint. Nein, ich habe einige viel wertvollere Dinge gewonnen, nämlich Bücher! Es war schon fast ein bisschen unheimlich, wenn ich ganz ehrlich bin, ABER dafür umso schöner, denn Bücher mag ich ja mit Abstand am Liebsten, darum macht es auch doppelte und dreifache Freude, wenn ich mal SO Glück hab!

Das Buch, welches ich euch heute vorstellen (und ans Herz legen) möchte, habe ich bei einer Blogger-Aktion der lieben Bibilotta gewonnen, nämlich ein Jugendbuch von einer sehr jungen Autorin. Mich hat das Buch in mehrerlei Hinsicht überrascht, aber allzu viel möchte ich ja natürlich nicht gleich hier am Anfang verraten.
Und um folgendes Buch geht es heute:

keinehelden1

Titel: Es wird keine Helden geben
Autor: Anna Seidl
Verlag: Oetinger
Erscheinungsdatum: 20. Januar 2014
Genre: Jugendbuch
ISBN-Nummer: 978-3789147463

Die Autorin:
Gerade einmal zarte 16 Jahre alt (geboren im Jahr 1995) war Anna Seidl, als sie ihr Erstlingswerk schrieb. Bevor sie mit ihren Eltern nach Bayern zog, wuchs Anna Seidl in Budapest auf – bereits in der Grundschule erzählte sie ihren Mitschülern und Lehrern gerne Geschichten und schrieb diese auch auf.

Das Cover und die Inhaltsangabe:
In großen, roten und schwarzen Lettern prangt der Titel des Buches auf weißem Hintergrund – eigentlich wenig spektakulär, solange man die Geschichten zwischen den Buchdeckeln nicht damit in Zusammenhang bringt. Denn dann symbolisieren die roten Buchstaben (zumindest für mich) definitiv Blut, Angst und Schock, während die schwarzen Buchstaben für die Trauer, Verwirrung und vielleicht auch für die Trauerbewältigung stehen. In seiner Schlichtheit also gut gelungen, finde ich.

Die Inhaltsangabe hat mich sofort in ihren Bann gezogen, denn das Thema ist sehr aktuell, denn Amokläufe in Schulen oä. finden leider immer wieder statt:

Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt – aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?

Das großartige Debüt von Anna Seidl, die erst 16 Jahre alt war, als sie diese aufwühlende Geschichte geschrieben hat: eine intensive Auseinandersetzung mit den Folgen eines Amoklaufs für die Überlebenden, mit Schuld und Trauer, schonungslos erzählt. Quelle: oetinger.de

Meine Meinung:
Bereits der Einstieg in das Buch traf mich sehr überraschend, denn der Leser landet zwischen Miriam, der Hauptprotagonistin und zwei ihrer Mitschüler im WC der Schule – draußen auf dem Gang sind Schüsse zu hören und die drei Freunde haben große Angst, dass der Amokläufer sie findet. Keine hübsche Vorgeschichte, keine Vorbereitung, sonder mitten im Geschehen. Man spürt fast die Zähne der Freundin die sich panisch in Miriams Hand bohren, fühlt die kalte Klobrille unter den Füßen, als der Amokläufer auf einmal das WC betritt.

Anna Seidl schreibt sehr authentisch, alleine an den geläufigen “Jugend”-Ausdrücken merkt man das sehr junge Alter der Schreiberin, denn in der Intensität der Gefühle und das durchaus authentische Handeln von Miriam überraschen sehr, besonders wenn man das Alter der Autorin im Hinterkopf behält.
Während Miriam “davor” ein fröhliches Mädchen war, das wirklich alles hatte – gute Freundinnen, einen lieben Freund, gute Noten, ein erfülltes Leben – fällt sie nun in ein tiefes schwarzes Loch.  Sie wendet sich nicht nur gegen ihre Psychologin, sondern auch gegen ihre eigene Familie und versucht, den Schmerz alleine zu verarbeiten.

Die Geschichte ist so aufgebaut, dass die Geschehnisse in der Jetzt-Zeit quasi Miriam’s “Verarbeitungsphase” nach dem Amoklauf darstellen. Unterbrochen wird dieser Strang durch Erinnerungen an Miriam’s früheres Leben, an Erlebnisse mit ihren Freundinnen oder ihrem Freund, sodass man Miriam auch sehr gut kennen lernt. So fand ich zum Beispiel die Nebenhandlung mit Miriams Mutter sehr passend, zudem erfährt man auch etwas zum Amokläufer selbst.

Ich finde das Buch definitiv geeignet für Jugendliche ab 13-14 Jahren, da zum Beispiel auch die Folgen von Mobbing sehr klar zutage treten. Aber auch für Leute, die dem Teenie-Alter schon entwachsen sind, kann ich das Buch sehr empfehlen, mir hat es wirklich sehr gut gefallen, denn man leidet sehr mit Miriam mit, sofern man natürlich dazu imstande ist, sich in die hineinzuversetzen. Vor allem sollte man sich immer vor Augen halten, dass jeder so eine Situation anders verarbeiten und anders damit umgeht.

Da ich manchmal während des Lesens wirklich verblüfft war, wie tiefgehend und real Anna Seidl die Geschichte erzählt hat (unvorstellbar, dass dies alles “nur” ihrem Kopf entsprungen ist, manchmal klingt es eher, als hätte sie diesen Amoklauf selbst miterlebt), bekommt dieses Buch in jedem Fall die volle Punktzahl, also 5 von 5 Sternen von mir. Selbstverständlich mit einer Leseempfehlung an Euch, egal ob ihr das Buch selbst lest oder einem Teenie schenken wollt!

5 Responses to [Rezension] “Es wird keine Helden geben” von Anna Seidl

  1. Ramona :)

    Bin schon so oft über das Buch “gestolpert”. Das Thema an sich hinterlässt bei mir immer Beklemmung, denn es kann jeder Zeit jemand durchdrehen und Leute niederschießen :( Deshalb danke für deine Empfehlung, aber ich werde sie nicht mitnehmen ;)
    lg Ramona :)

    • Mestra Yllana

      Schade – ich beschäftige mich gerne mit solchen Themen, weil sie einen im Optimalfall auch ein bisschen bewusster mit der Umwelt beschäftigen lassen. Ich fand das Buch wirklich toll und finde, dass es auch die schwerwiegenden Folgen von Mobbing gut aufzeigt – vielleicht wird das auch den lesenden Teenies bewusst! =)

  2. Melanie

    Schon allein das Cover ist ein Kaufgrund, die Aufmachung ist einfach mal anders.
    Die Thematik scheint echt gut umschrieben und eben auch das gewisse etwas rüber zu bringen.
    Ich bin gespannt.
    Ihr seht mich demnächst in der Buchhandlung :)

    Grüße
    Mel

    • Mestra Yllana

      Na, dann hoffe ich mal, das du dann nicht so wie ich mit einem Packen Bücher rauskommst. DARUM meine ich nämlich Buchhandlungen soweit es geht! =)

  3. Mani

    Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen aufbereitet für uns präsentieren. Weiter so!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg